Sonntag, 1. April 2012

 „Do it like Diamonds“ ist der Titel einer Gruppenaustellung, die vom 7.4.- 27.4 2012 in den Räumen des Kulturzentrums Nr. z. P. (Große-Kurfürsten-Straße 81, 33615 Bielefeld, Germany)  gezeigt wird. 

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Photographie. Gezeigt werden Arbeiten von sieben internationalen, jungen KünsterInnen. Ihre Arbeiten werden in Deutschland zum ersten Mal ausgestellt. 

* Craig Mammano (Seattle, USA) dokumentiert in präzisen Schwarzweißbildern das Leben in den Post-Katharina Hurrikan Jahren der anglo-amerikanischen Bevölkerung in der Region Treme.

* Die Objekt-Photographie von Fanny Schlichter (Paris, Frankreich) zeigt abstrakte, poetische Stillleben aus beispielsweise zerkratzten CD-Rohlingen und abgelaufenen Paprikas.

* In seiner Reihe „Empty Chatrooms“ beobachtet der Künstler Franklin Pollard (Chicago, USA) die Banalität und Tristesse des Webcam-Chatroom-Sexmarktes. 

* Emily Keegin (New York, USA) wirft einen exakten, photographischen Blick auf Form, symbolische Aufgeladenheit und Fetischcharakter kultureller und alltäglicher Objekte und setzt zudem in einigen ihrer Arbeiten ihre eigene Körperlichkeit affirmativ und gleichzeitig distanziert zu ihnen in Beziehung.

* Milica Kolaric (Belgrad, Serbien) bewegt sich in ihren Arbeiten zwischen den Polen der Mode-und der Kunstfotografie. In den für diese Ausstellung ausgewählten Bildern dominiert eine traumartige, gespenstische Atmosphäre.

* Craig Doty (Los Angeles, USA) zitiert die Ästhetik des „Amateur Porn“ in einem kammerspielartigen Fotoshooting mit einem weiblichen Model in einem billigen und heruntergekommenen Hotel in Bushwick, New York. 

* Jay Barry Mathews (London, UK) Perücken-Skelett zeigt die buchstäbliche Verknüpfung von Künstlichkeit und Handarbeit. Zudem lässt das Archaische des Werks vage an „The Texas Chainsaw Massacre“ von Tobe Hooper erinnern.


Kuratiert wird die Ausstellung von Lars Hillebrand und Kathleen Wächter. "Do it like Diamonds" ist das Ergebnis eines eigentlich ganz anderen Vorhabens. Ihr Plan war es, eine "Do it yourself - Off Galerie" in einem vakanten Ladenlokal einzurichten um auf den Leerstand in der Bielefelder Innenstadt kreativ zu reagieren. Über den Weg der kulturellen Zwischennutzung sollte ein Ort für junge, zeitgenössische, nicht elitäre, nervöse Kunst in Bielefeld entstehen. Doch gestaltete sich die Machbarkeit eines solchen Ortes als schwierig. Was in Städten wie Berlin und London zum Straßenbild gehört, wurde in Bielefeld argwöhnisch und skeptisch beäugt. Aber vielleicht waren die Kuratoren auch nicht hartnäckig genug.

Die Gruppenaustellung "Do it like Diamonds" ist somit eine Zusammenstellung anvisierter Einzelausstellungen in jener nicht oder noch nicht realisierten Off- Galerie. 
Die Gruppenausstellung ist das Projekt zweier Menschen, die eigentlich nur einen Ort erschaffen wollen, wo sie selbst gern hingehen würden. Nicht mehr und nicht weniger.

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